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Totgeglaubte leben länger...

Eigentlich ist es verwunderlich, dass ich mich noch traue endlich wieder diese famose Plattform zu nutzen. Feindliche Strömungen, nennen wir sie die Verantwortungslosigkeit in Person, die dunkle Seite der Macht oder einfach nur das Ausleben einer unbekannten pflichtfernen Freiheit, hielten mich mit ihren Reizen im Banne. Hinzu kamen einige zu verkraftende Enttäuschungen von anderen Menschen aber v.a. von mir selbst. Ich hatte wirklich die grandios lustigste Zeit mit den phantastischsten Menschen aber auch die intensivste Zeit der Beschäftigung mit mir selbst. Selbstreflexion ist nachweislich nicht immer ein Quell der Freude.
Aber um in diese Form des Lebens in verantwortungsloser Freiheit wieder die mir entsprechende und auch notwendige Ordnung zu bringen - ohne die positiven Aspekte dieses Lebens zu unterdrücken - werde ich mich, quasi zum Aufwärmen, wieder intensiver um dieses Forum kümmern. In der Hoffnung von Euch allen regen Zuspruch oder auch Einspruch zu provozieren.
Um diese Worte nun richtig wirken zu lassen, werde ich aber erst nach meinem Ausflug in die Parallelgesellschaft der schwäbischen Metalanhänger (drei Tage Bang Your Head-Festival in Balingen, im Bierzelt arbeitend) die Themen der letzten Wochen und Tage versuchen zu kommentieren.

"Ich stehe dort und fühle mich wie in einem dieser Musikvideos. Der Leadsänger bewegt traumwandlerisch seine Lippen, die Umwelt strömt an ihm vorbei. Rastlos, im Schnelldurchlauf. Ohne Aufmerksamkeit für ihn oder diesen Augenblick. Er aber singt unbeirrt weiter. Isoliert? Verloren in einer Welt, die ihn nicht zu erkennen vermag? Oder hat er endlich gefunden, was er suchte. Allein.
Ich bin sehnsüchtig lauschend verwahrt in meiner Gedankenlosigkeit. Es ist ein fragiler Trancezustand, der mich auffängt. Es ist wie dieses Gefühl, das ich verspüre, wenn ich das Meer sehe. Eine Erleichterung des Seins und zugleich die Erkenntnis über eine unerfüllbare Sehnsucht und eine begrenzte Welt. Ich will dieses Meer, ich will diese Welt umarmen. Aber ich kann es nicht. Und trotzdem erfüllt mich diese Traurigkeit des Unerreichbaren. Ein Gefühl von Geborgenheit in dieser absoluten Freiheit.
Doch dann sehe ich mich selbst nicht mehr. Ich sehe meine Umgebung, die Menschen und ihre Antlitze, die in ihr verschwimmen und ich fließe mit ihnen fort. Ohne Halt. Und ich verschwinde im Sog dieser Gleichgültigkeit, davon berauscht verloren zu sein. Schwebend. Schwerelos. Haltlos." K.L.D.

4 Kommentare 21.6.06 23:18, kommentieren



Deutschland, ein Ammenmärchen

Balingen war leider gar nicht so krass und asimäßig wie erwartet. Es war wirklich lustig und ich habe selten so freundliche, höfliche Menschen an der Theke gehabt. Mein Lieblingszitat:
"Ey, you motherfucking motherfucker, you are beautiful." Ich glaube, dass es der Sänger von "Death Angel" war. Ist aber auch egal, wenn ich für jedes "fuck", "fucking" oder "motherfucker" einen fucking Cent bekommen hätte, dann wäre ich als fucking reiche Frau zurück nach fucking Heidelberg gekommen.
Was nun die politischen, feuilletonistischen, gesellschaftlichen oder boulevardesken Themen angeht, bin ich eigentlich sprachlos. Natürlich könnte ich auf das Phänomen des durch die WM neu entdeckten und gar nicht mehr nestbeschmutzenden oder politisch unkorrekten Patriotismus der Deutschen, eingehen; oder darauf, dass die Regierung bis zum Ende der WM noch schnell ein paar Reförmchen durchbringen will, weil das im Augenblick eh alle nur peripher interessiert; oder, dass selbst George Bush Guantanamo langsam peinlich wird; oder, dass Bruno der Problembär, erschossen wurde und nun keine Meerschweinchen mehr reißen kann; oder, und das ist quasi das reizvollste dieser Themen: Sabine Christiansen wird abgesägt und Jauch tritt ihre Nachfolge an! Also, ihr seht, ein grandioses Potpouri von Unbedeutsamkeiten.
Darauf kann ich nur aus der Bergpredigt zitieren:
"Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr."

30.6.06 03:05, kommentieren

Grandioses Zitat!

Der kleine manisch-depressive Roboter Marvin vom Raumschiff "Herz aus Gold" sagt:
"Das Leben, hasse oder ignoriere es, lieben kannst du´s nicht."

4 Kommentare 30.6.06 03:08, kommentieren