kosmopolitine

kosmopolitine
 

Meta





 

Vom sehen und gesehen werden...

Oh je, Asche über mein Haupt. Nun habe ich ja wirklich lange nichts mehr geschrieben. In Heidelberg ist es leider auch nach wie vor alles beim alten. Und so mag es ja Menschen geben, die dafür plädieren, dass die nahe Umgebung besser ist, wenn sie sich möglichst selten verändert, aber mir wird es doch langsam ziemlich langweilig. Vor allem weil sehr viele von den Menschen, die mein Seelenleben zur Erfüllung braucht sich auf die Welt verteilt haben. Da sind viele auf Reisen, entweder nur um etwas Sonne zu tanken, oder, und ich denke das sind fast die meisten, sie befinden auf einem Weg der sie erst weit von sich wegführt, um dann dorthin zu kommen, wo sie sich finden. Oh je, dass wird wieder sehr pathetisch hier.
Das mag auch daran liegen, dass ich ziemlich lange keinen Alkohol mehr zu mir genommen habe (ok, nur eine gute Woche, aber das ist ja aschon was) und ich nun seit Tagen, nur unterbrochen von sporadischen Duschen, kläglichem Kochen und Arbeiten, krank im Bett liege. Da kreisen die Gedanken wahrlich in unergründliche Höhen und Tiefen. Das wird wiederum dadurch verstärkt, dass ich diese Gedanken nicht mit schödem Fernsehen gucken betäuben kann.
Letztes Wochenende fuhr ich, fliehend aus meiner kleinen einsamen Heidelberg-Welt nach München. Allerdings nur für Samstagnachmittag, den darauffolgenden Abend und die wiederum darauffolgende sehr lange Nacht. Ich bin ja mal echt total verrückt. Nicht?
Es war phantastisch lustig. Dieser kurze Trip hat dafür gesorgt, dass ich mich schon wirklich wohl in meiner Haut fühle.
Vom Bahnhof ging ich direkt in den Biergarten, auf ein Maß Radler, dann zum Essen ins "Wirtshaus zum Brez´n" und dann, man höre und staune ins P1. Richtig schön rumprohlen und einen auf dicke Hose machen. Mit eigenem, wohlgemerkt erhöhtem Tisch, umrahmt von Ledersofas, mit Champagner und Vodka-Absolut in Literflaschen. Man kann aus diesem Etablissments eigentlich nur erhobenen Hauptes hinaus gehen, egal wie hoch der Pegel ist, denn man fühlt sich um Welten besser als die anderen Menschen, die da rumstolzieren und denken ihnen gehöre die Welt. So stellte sich beispielsweise kein Neid bei mir ein (wie häufig in letzter Zeit), wenn ich ein knutschendes Pärchen sah, denn darauf konnte man nicht neidisch sein. Die durchschnittliche Frau dort, war nicht etwa traumhaft schön anzusehen, sondern hatte entweder ihre besten Tage schon hinter sich, oder war so jung, dass sie noch nicht mal fähig war den Style-Guide aus der "Glamour" zu verstehen. Denn selbst die sagt: Weniger ist mehr, was Accessoires angeht und mehr ist von Vorteil, wenn es um die Stoffmenge geht, die die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale und was noch immer bedecken soll. Stillos, sinnlos, entbehrlich. Und der Kerl dazu hatte zwar noch nicht seine besten Tage hinter sich, aber auch nur deswegen, weil er nunmal mittelmäßig ist und niemals soetwas wie anregende beste Tage erleben wird. Seine Mittelmäßigkeit versucht er mit dem Wedeln von Geldscheinen und Autoschlüsseln von kleinen italienischen Flitzern und ungekonnten, ekelerregendem Hüftschwung, zu kompensieren. Aber hey, seien wir ehrlich. So funktioniert das bekackte Game nunmal.
Game Type A: Baby, ich stelle etwas dar, was dir suggeriert, dass du alles von mir haben kannst und du bist die passende Staffage für mich. Aber halt die Klappe. Meine Alte zu Hause redet genug.
Game Type B: Baby, ich lege dir die (materielle) Welt zu Füßen, für diese eine Nacht. (Länger kann ich es mir nämlich eigentlich gar nicht leisten!) Sieh dabei gut aus, benimm dich so, wie ich es von dir erwarte und steig mit mir ins Bett. Alle werden dich lieben. Und: Halt die Klappe!
Dieser Eindruck wurde nur noch bestätigt, als mir ein 36jähriger Typ sagte: "Na ja, 24 ist ja schon ziemlich alt. Mit zwanzig sind die Frauen wenigstens noch formbar."
Aber abschließend kann ich nur sagen, ich habe mich grandios amüsiert, auch wenn dies zum teil auf die Kosten anderer ging. Eine schöne, sehr kurze Auszeit aus meinem Studentenleben im beschaulichen Heidelberg. Eine Nacht Highheels, Champagner und finanzielle Unabhängigkeit (na gut, nicht ganz, meine Bank sagt nicht "Danke! für ihren Einkauf"). Auf jeden Fall ein hartes Kontrastprogramm. Und, wie gesagt, ich fühle mich nach dieser veranschaulichten Abgrenzung durch direkte Involvierung, phantastisch.

1 Kommentar 27.8.06 20:32, kommentieren

Werbung


Zielgerichtetes Handeln...

"Über unseren Köpfen erzeugen die Mücken ein prasselndes Geräusch, während sie Kampfangriffe fliegen auf die Milchglaskugeln, die bärtig sind an den Stellen, wo tote Insekten sie von innen auffüllen - die Leichen all jener, die erreicht haben, was sie unbedingt wollten."
Juli Zeh in "Adler und Engel"

18.8.06 03:19, kommentieren

So, nun bin ich seit gestern wieder da. Es war wegen des Wetters ein phantastisches Schluffi-Wochenende mit Loriot und Kir Royal gucken. Außerdem habe ich gewagt, nach nunmehr 6 Monaten, Fernsehen zu gucken und habe mir gleich die total verrückte Volldröhnung gegeben. (taff und hallo Deutschland parallel, darauf folgte glaube ich Blitz!, Verbotene Liebe, exclusiv!, Leute Heute) Zuweilen musste ich meinen Kopf angeekelt und zum Selbstschutz wegdrehen. Wenn es jemand kennt, es war ein bißchen so, wie wenn dir Vogonen ein Gedicht vortragen.
Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass man sich ganz schnell wieder daran gewöhnen kann. Vor allem, weil dadurch verhindert wird, dass man sich mit sich selbst beschäftigt.

Seit heute bin ich noch tiefer verstrickt in den Informationsaustausch im World Wide Web. Ich bin nun auch im Studiverzeichnis. Big Brother is watching you!

16.8.06 13:54, kommentieren

Vorübergehendes Schüss!

Da ich morgen zu einem kleinen Kurzurlaub ins schöne Konschtanz aufbrechen werde, wird es hier ein paar Tage etwas ruhiger werden.
Was Euch allerdings nicht daran hindern soll, mich, nach meiner Rückkehr, mit unzähligen Beiträgen zu überraschen.

2 Kommentare 11.8.06 14:30, kommentieren

Aiiiiiiiii...

Ich komme gerade aus dem Kino. Pirates of the Caribbean II. Grandios, also ein Amusement erster Güte. Kann ich wärmstens empfehlen, wenn man Lust auf abstrusen Humor hat.
Einer meiner favorisierten Dialoge:
Elisabeth Swann: "Jack, irgendwann wird der Moment kommen, in dem du dich entscheidest, das richtige zu tun."
Captain Jack Sparrow:"Hah ja, ach. Ich liebe solche Momente. Ich winke ihnen zu, wenn wie vorbeikommen. Mmmh. Tja."

2 Kommentare 11.8.06 00:38, kommentieren